Gatun Capital
In der ersten Hälfte der Daten wird gesucht und angepasst. Die zweite bleibt unberührt und urteilt am Ende. Eine Regel, die nur in der ersten Hälfte gut aussieht, wird verworfen — dort sieht alles gut aus, wonach man gesucht hat.
Eine Einstellung wird nur übernommen, wenn auch ihre Nachbarn gut sind. Ein einzelner guter Wert zwischen zwei schlechten ist Zufall — und Zufall wiederholt sich nicht.
Geschäftszahlen zählen ab dem Tag, an dem sie gemeldet wurden — nicht ab dem Quartalsende, auf das sie sich beziehen. Dazwischen liegen Wochen. Wer diese Wochen unterschlägt, prüft mit Wissen aus der Zukunft.
Wer nur die Unternehmen prüft, die es heute noch gibt, blendet alle aus, die pleitegingen oder übernommen wurden. Bei kleineren Werten sind das zwei Drittel. Sie sind bei uns enthalten.
Die Begriffe, mit denen Vermögensverwalter, Fonds und institutionelle Anleger über Ergebnisse sprechen — und was man bei jedem einzelnen übersehen kann. Wir verwenden sie so, wie sie hier stehen.
Die geometrische Jahresrendite: der gleichbleibende Satz, der aus dem Anfangs- den Endbetrag macht. Sie ist die einzige Zahl, die sich über verschieden lange Zeiträume vergleichen lässt.
Wie weit die Monatsergebnisse um ihren Mittelwert streuen, hochgerechnet aufs Jahr. Das übliche Maß dafür, wie unruhig eine Kurve verläuft.
Wie viel Ertrag je Einheit Schwankung übrig bleibt, nachdem der Zins abgezogen ist, den man ohne jedes Risiko bekommt. Das Standardmaß, wenn zwei Ansätze mit unterschiedlichem Risiko verglichen werden.
Dieselbe Idee wie Sharpe, aber es zählt nur die Schwankung nach unten. Wer einen Ansatz mit seltenen großen Gewinnen fährt, wird hier nicht dafür bestraft.
Der größte Verlust vom Gipfel bis zum Tal, den man hätte aushalten müssen. In der Praxis die wichtigste Zahl überhaupt: sie entscheidet, ob jemand dabeibleibt.
Wie lange es gedauert hat, einen Rückgang wieder aufzuholen. Ein Verlust von einem Fünftel ist etwas anderes, wenn er nach acht Monaten aufgeholt ist, als wenn er vier Jahre steht.
Wie viel einer Wertentwicklung schlicht daher rührt, dass der Markt stieg. Ein Ergebnis wird erst interessant, wenn man diesen Teil abzieht.
Wie oft es aufwärtsging. Leicht verständlich und deshalb häufig genannt.
Wie viel vom Depot in einem Jahr bewegt wird. Bestimmt unmittelbar die Kosten: jede Umschichtung zahlt die Handelsspanne.
Jeder Ansatz hat eine Obergrenze. Wer mehr anlegt, als ein Titel täglich umsetzt, treibt beim Kauf den eigenen Einstand hoch und beim Verkauf den Erlös herunter.
Was sich nicht nachrechnen lässt, behaupten wir nicht.
Oben steht, worauf wir beim Prüfen achten. Hier steht, wie groß die Wirkung ist — nachgezählt an öffentlichen Marktdaten, nicht an unseren Ergebnissen. Wer die Quellen hat, bekommt dieselben Zahlen heraus.
| Ende 1998 an US-Börsen notierte Stammaktien | 7 400 |
| davon heute nicht mehr handelbar | 6 117 |
| Ende 2005 notiert | 5 624 |
| davon heute nicht mehr handelbar | 3 970 |
| Anteil der Verschwundenen seit 1998 | 82,7 % |
Vier von fünf Unternehmen, die es damals gab, gibt es heute nicht mehr — übernommen, verschmolzen, pleite. Wer einen Test über drei Jahrzehnte auf den heutigen Firmenbestand stützt, prüft ausschließlich die Überlebenden und lässt genau die weg, bei denen es schiefging. Das Ergebnis eines solchen Tests ist nicht ungenau, es ist systematisch zu gut.
| ausgewertete Quartalsmeldungen | 681 370 |
| Median zwischen Quartalsende und Meldung | 44 Tage |
| drei Viertel der Meldungen bis | 65 Tage |
| neun Zehntel der Meldungen bis | 90 Tage |
| später als 30 Tage | 622 624 |
Am Quartalsende weiß niemand, was im Quartal geschehen ist. Im Mittel vergehen sechs Wochen bis zur Meldung, bei jeder zehnten mehr als drei Monate. Eine Rückrechnung, die Geschäftszahlen zum Quartalsende verwendet, handelt mit Wissen, das es zu diesem Zeitpunkt nirgends gab — und zwar in weit über neun von zehn Fällen. Wir rechnen ab dem Meldetag.
| ab Aug. 2000, Tiefe −45 % | 75 Monate |
| ab Okt. 2007, Tiefe −51 % | 53 Monate |
| ab Dez. 2021, Tiefe −24 % | 24 Monate |
| längste Erholung | 75 Monate |
Drei Rückgänge von mehr als einem Fünftel in knapp dreißig Jahren. Der längste stand über sechs Jahre, bis der alte Stand wieder erreicht war. Eine Rendite ohne diese beiden Angaben — wie tief und wie lange — beschreibt nicht, was ein Anleger tatsächlich durchzustehen hatte. Deshalb steht beides bei uns neben jeder Renditezahl.
| Index mit Dividenden, 2016 bis 2025 | +294,9 % |
| Anfang 2016 notierte Titel | 4 582 |
| davon Ende 2025 noch handelbar | 2 479 |
| Median-Titel über dieselben zehn Jahre | +41,7 % |
| besser als der Index | 625 von 4 582 |
| mehr als neun Zehntel verloren | 666 von 4 582 |
Der Index vervierfachte sich, die mittlere Aktie legte nicht einmal die Hälfte zu. Nur etwa jeder siebte Titel schlug den Index, und ungefähr ebenso viele verloren fast alles. Ein Durchschnitt über Aktien sagt deshalb wenig; die Verteilung sagt alles. Wer auswählt, muss sich an dieser Verteilung messen lassen — und an den Titeln, die es am Ende nicht mehr gab.
Eine Zahl allein sagt nichts. Sie wird erst zur Aussage, wenn man prüft, wie viel davon auch ohne Können zustande gekommen wäre. Dafür gibt es seit Jahrzehnten Werkzeuge, und wir wenden sie auf uns selbst an.